Sabbat oder Sonntag? – Eine Frage der Macht


Der Sabbat - das Machtzeichen des Schöpfers
Der Sabbat wurde für alle Zeiten zum Zeichen der Macht des Schöpfers. Ein auffälligeres Zeichen gibt es nicht. Kein Symbol und kein Bau würde auch nur annähernd die Macht Gottes demonstrieren. Gesegnete und geheiligte bzw. reservierte Zeit erreicht jeden Menschen für immer und überall. Der Mensch sollte sich immer bewusst sein: Ich bin ein geschaffenes, gewolltes Wesen und der Geber des Lebens sucht eine persönliche Beziehung zu mir. ER weiß, was und wie wirkliches Leben ist und gibt mir Ratschläge und Anweisungen, wie ich glücklich sein kann und in Frieden und Harmonie mit der ganzen Schöpfung leben kann.

Der Sonntag - das Machtzeichen einer Kirche
Es konnte nur Satan wirkliches Interesse haben, das liebevolle Zeichen des Schöpfers, den Sabbat, entweder völlig falsch zu interpretieren oder es überhaupt abzuschaffen. Für das eine waren die Pharisäer schließlich willige Werkzeuge, obwohl sie keine schlechte Absicht hatten. Für das zweite ließen sich zu allen Zeiten Menschen einspannen, die man allgemein als "Heiden" bezeichnete. Doch der Höhepunkt der Entstellung göttlicher Macht fand sich im mittelalterlichen geistlichen Rom.
In der Auseinandersetzung mit dem Protestantismus verwies die römische Kirche immer wieder auf ihre Macht und ihr Zeichen, den Sonntag, der ihre Macht demonstrierte:

"Die Kirche hat im Namen dessen, der über den Sabbat Herr ist, und kraft ihrer Vollmacht, zu binden und zu lösen, den Sabbat des Alten Bundes, den letzten Tag der Woche, als Tag des Herrn aufgelöst und an die Stelle des Sabbats den ersten Tag der Woche, den Sonntag, den Auferstehungstag Christi von den Toten, festgelegt."
Kardinal Faulhaber, "Katholische Kirchenzeitung" München, 26.2.1950

Die Kirche bemühte sich den Sonntag; mit dem vierten Gebot zu begründen und ihn als Sabbat zu bezeichnen. Der Staatsmann und Dichter John Milton meinte dazu:
"Es ist unmöglich, einen solchen Sinn aus dem Wortlaut des Gebotes herauszulesen; man muss den Grund in Betracht ziehen, aus dem das Gebot ursprünglich gegeben wurde, nämlich zum Gedächtnis der Ruhe Gottes nach der Schöpfung der Welt, und dieser kann nicht vom siebten auf den ersten Tag übertragen werden; auch kann ohne die Bestätigung durch ein göttliches Gebot kein andrer Beweggrund an seiner Stelle gesetzt werden, weder die Auferstehung unseres Herrn noch irgend ein anderer."
"Prose Works", Ausg. Bohn, pp. 70 f aus ebd, S. 115

Die katholische Kirche gibt unumwunden zu, das Sabbatgebot aufgehoben zu haben. Sie beruft sich auf ihre Vollmacht, die ihr aber nie gegeben wurde. Viele  Lehren der heutigen katholischen Kirche beruhen nicht auf dem biblischen Wort, sondern sie stehen im Gegensatz zu ihm. Für den katholischen Klerus mit dem Papst an der Spitze, ist dies kein Problem. Sie hätten das Recht von Gott bekommen. Aber auch für diesen Anspruch gibt es kein biblisches Wort.

Der Erzbischof von Reggio, Kaspar del Fosso, erklärte in der Sitzung vom 18. Januar 1562:
Der Sabbat, der berühmteste Tag im Gesetz, ging in den Herrentag über ... Dieser und Ähnliches haben nicht auf die Predigt Christi hin aufgehört (denn er sagt, er sei nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen), sondern auf die Autorität der Kirche hin sind sie verändert worden."
(Kaspar del Fosso, "Mansi" XXXIII, 526-533)

Im Konvertitenkatechismus von Peter Geiermann heißt es:
Frage: "Welches ist der Sabbattag?"
Antwort: "Samstag ist der Sabbattag."
Frage: "Warum beobachten wir den Sonntag statt den Samstag?"
Antwort: "Wir feiern Sonntag statt Samstag, weil die katholische Kirche die Feierlichkeit vom Samstag auf den Sonntag übertragen hat."
(Peter Geiermann “The Convert's Catechism of Catholic Doctrine" 1957 ed. S. 50)
Dieses Werk erhielt den "apostolischen Segen" von Pius X. am 25.Januar 1910.


Zum Nachdenken
Es gibt kaum ein Thema der Bibel von solch großer Bedeutung, über das so wenig gesprochen wird. Die Frage nach dem biblischen Ruhetag wird mit wenigen Sätzen beiseite geschoben. Die Bedeutung, die Gott selbst diesem Ruhetag gab, wird dabei völlig übersehen. Genau so wenig wird der Machtanspruch der römischen Kirche mit dem Sonntag in Verbindung gebracht. Scheinbar stören sich nur wenige Christen daran, dass die Kirche offen zugibt, Anordnungen Gottes Kraft ihrer Autorität geändert zu haben. Der Aufschrei der protestantischen Bewegung ist längst verstummt.
Vielen Christen ist aber die Geschichte, oder anders gesagt - die Wahrheit - des Sabbats und des Sonntags überhaupt nicht bekannt. Entweder wird sie ihnen bewusst vorenthalten oder sie messen ihr zu wenig Bedeutung bei. Manche scheuen sich einfach gewohnte Traditionen aufzugeben. Schließlich würden sie dadurch die Gunst der Kirche und vieler ihrer Freunde verlieren. Sollte das aber der Hinderungsgrund sein, sich treu dem Wort Gottes zu unterstellen? Wie viele Menschen sind schon um ihres Glaubens willen gestorben, weil ihnen Gottes Wort mehr bedeutete als menschliche Anordnungen!
Alle Menschen sind auch heute noch dazu aufgerufen, dem wahren und einzigen Gott die Ehre zu geben:
"Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprache und jedem Volk. Der sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen; und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat!"   Offb.14, 6. 7

Der Sabbat ist im Gegensatz zum Sonntag das Zeichen des Schöpfers. Sich zu diesem Zeichen von ganzem Herzen, (nicht nur um der Form willen) zu bekennen, sollte für jeden Christen selbstverständlich werden. Schließlich werden den Gläubigen folgende Kennzeichen zugeschrieben:
"Hier muss das Volk Gottes seine Standhaftigkeit beweisen; denn nur die können bestehen, die Gottes Gebote halten und dem Glauben an Jesus treu bleiben." Offb.14, 12 LÜ